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Prof. Henri Deparade

geb. 1951


Prof. Henri Deparade
Foto:z.V.g.

rotpunktWerke

Wenn ein Maler heutzutage das Hier und Jetzt mit seiner öden Problemflut verlässt, um in die Welt der erhabenen Dramatiker der griechischen Antike einzutauchen, dann bedeutet das zuallererst Mut - lauert doch hinter jeder Anmassung des Höchsten, ja Allerhöchsten die ungewollte Parodie - das Gelächter eines unsichtbaren Publikums, das den unmöglichen Klimmzug von entfernt Nachgeborenen an ein unerreichbares Original verspottet.
Henri Deparade bringt diesen Mut, über die Klippen einer möglichen Entblössung des schier Unmöglichen hinwegzusetzen, seit einiger Zeit auf.
Bilder der letzten Jahre tragen die Titel “Orestie“, “Klytaimnestra und Agamemnon“, “Medea und Jason“. Wäre er ein Theaterregisseur, würde man mit Recht den Anspruch stellen: Er muss besser, intensiver sein als Peter Stein vor fast dreissig Jahren auf der Schaubühne am Halle`schen Ufer. Was sich damals abspielte, war atemberaubend genug und löste eine theatralische Antiken-Welle sondergleichen aus. Die Kulturwelt begann sich wieder mit diesen unfassbar monumentalen Texten, der zyklopischen Schicksalswucht jener Gestalten zu befassen, ja man entdeckte die Brisanz in verstaubt geglaubten Texten wieder, die bis dahin hauptsächlich totes Seziermaterial der Philologie gewesen waren.
Meine Damen und Herren - das ist doch nur der beste Beweis dafür, was Künstler von Rang bewirken können, nämlich die Wiederbeatmung ganzer Kulturschichten und aus dieser scheinbar nur rückwärtsgewandten, archäologischen Arbeit wächst dann wieder etwas völlig Neues, Zeitgemässes, Zukunftsweisendes.
Henri Deparade ist durchaus in diesen Zusammenhang zu stellen. Auch er, der 1951 in Halle an der Saale geborene Maler, der seit 2001 in dieser Galerie gastiert, ist wahrscheinlich ein solcher Öffner von verschlossen geglaubten Vergangenheitsräumen in die Zukunft. Wir hier in der Gegenwart können über die unmittelbar zu uns sprechenden ästhetischen Qualitäten reden und spekulieren, was sie künftig in Bewegung setzen könnten. Das, was für mich sicher ist, betrifft das Malerische in diesen Gemälden. Es ist wahrscheinlich nicht falsch, wenn ich feststelle, dass Deparades handwerklich-malerisches Vermögen die Grundlage für inhaltliche Ansprüche, für Bezüge zu den Grossen Tragödiendichtern der Antike sind. Namen, Assoziationsbezüge würden nur lächerlicher Schall und Rauch sein, wenn sie sich nicht berufen könnten auf einen stichhaltigen künstlerischen Befund. Und bei aller Subjektivität der Wahrnehmung kann man schon sagen: Da ist ein Maler am Werk, der durch viele Stahlbäder der realistischen Kunstauffassung, der strikten Ausbildung und der Auseinandersetzung mit den Grossen Gestalten der klassischen Moderne gegangen ist. Das mag für viele andere Künstler auch gelten, bei denen das Ergebnis all dieser äusserlichen wie innerlichen Torturen blass und unscheinbar bleibt. Entscheidend ist und bleibt am Ende doch, was ein Künstler mit seinen erworbenen Grundlagen und seinen wachsenden inneren Herausforderungen anfängt.
Henri Deparade hat aus vielen Einflüssen, aus der realistischen, der figurativen wie abstrakten Sphäre eine unverkennbare eigene Handschrift entwickelt, die in jeder Landschaft, jeder antikisch getauften Figurenkomposition sofort zu erkennen ist. Er hat seine eigene Stimme geformt, diszipliniert und zum Spielinstrument gemacht - eine unverkennbare warme, manchmal pastellene Chloristik, ein ganz bestimmtes Licht, ein ganz bestimmter Zusammenklang von Auflösung und klarer Figuration, von Räumlichkeit und dynamischen Möglichkeiten. Deparade ist Deparade - und kein Nachhall auf den manchmal ähnlichen späten Kokoschka, auf die Archaik der italienischen Transavantgarde oder die kolossalen und brutalen Antikenbilder und Menschendarstellungen eines Lüpertz oder Baselitz. Deparades Welt ist differenzierter, auch raffinierter, leichter, wenn man so will, französischer - bei aller scheinbar rein deutschen Expressivität. Aber man soll nicht verquält vergleichen und unsinnige Bezüge konstruieren.
Ein Maler mit verzweigten europäischen Wurzeln erzählt uns mit vergleichsweise traditionellen Mitteln von den Argonauten und man glaubt ihm aufs Wort. Eigentlich ist das unglaublich in einer Zeit, wo alles schon gesagt ist und niemand mehr etwas aufmerksam hören will und kann. Aber es ist so. Warum dies überhaupt sein kann, wird einmal später irgendwo zu lesen sein. Wenn andere Menschen einen distanzierteren Blick auf diese Bilder haben werden. Momentan wollen wir uns ganz emotional diesem Anblick überlassen.
 
Dr. Anton Gugg, Direktor der Städtischen Galerie Salzburg

rotpunktBiografie

2010 Erster Fränkischer Kunstpreis
1995 Atelier für Malerei und Graphik in Dresden
ab 1992 Professor für Zeichnen und Grundlagen elementarer Gestaltung an der HTW Dresden
1991-1992 Oberassistent an der HfKD Halle Burg Giebichenstein in der Grundlehre
1988 Antrag auf ständige Ausreise aus der DDR
1984 Kunstpreis für Malerei der Ausstellung Junge Kunst im Alten Museum Berlin
1983 Meisterschüler an der Akademie der Künste Berlin bei Willi Sitte
1980 - 1982 Leiter einer Klasse für künstlerische Grundlagen der Fakultät Bildende und Angewandte Kunst der HfKD Halle Burg Giebichenstein
1978-1980 Aspirant an der HfKD in Halle im FB freie Malerei und Grafik
1977-1978 Assistent von Prof. H.H. Wagner im Studiengang Malerei an der HfKD Halle
ab 1977 Atelier für Malerei und Grafik in Halle, seitdem Ausstellungen; Mitglied im Verband Bildender Künstler, zeitweise Mitarbeit in Fachgremien des VBK
1972-1977 Studium an der Hochschule für Kunst und Design Halle Burg Giebichenstein im Fachbereich Malerei und Grafik

 

rotpunktKataloge

2011 Henri Deparade - Metamorphosen
Galerie Lehner,Wien
Henri Deparade - Malerei
KV Coburg e.V.
2005 Henri Deparade - Malerei
ISBN 3-00-015722-0
2002 Henri Deparade - Zeitreise ins Mythische
Galerie Weilinger
1998 Henri Deparade
Ernst-Rietschel-Kulturring e.V. Pulsnitz
Galerie Ute Mronz, Köln
1995 Henri Deparade - Malerei
Galerie Hebecker, Weimar

 

rotpunktEinzelausstellungen

2012 GalerieZ, Stuttgart, Archetypen
2011 KV Coburg e.V., Coburg, Mythos und Metamorphose
Novomatic Kulturforum, Wien, Metamorphosen
Galerie Lehner, Wien, Metamorphosen
2010 Kunsthaus Schöne, Andernach
Galerie SON, Berlin
2009 Galerie LS, Nürnberg
Galerie Art Seefeld Pius Müller, Zürich
Galerie Ruethmueller, Basel
Galerie Andreas Baumgartl, München
2008 Art-Center, Berlin
Galerie Mirabellgarten - Stadtmuseum, Salzburg
Galerie Beyer, Dresden
Galerie Anne Moerchen, Hamburg
Galerie der Nord-LB, Hannover
Galerie Lehner, Wien
Galerie Molitoris, Hamburg
2007 Zürich, Art Seefeld- Pius Müller, Arth, Schweiz
Arth, Schweiz, Galerie Meier
2005 Salzburg, Galerie Weilinger (Katalog)
Berlin (Mitte), Galerie Nering (Katalog)
2004 Dresden, Galerie der Deutsche Werkstätten Hellerau
Marburg, Galerie Schmalfuss, Ahrenshoop, Strandhalle
2003 Berlin (Wannsee), Galerie Mutter Fourage - Wolfgang Immenhausen
Halle / Saale, Kunstverein (im Stadtmuseum)
Dresden, Galerie Sybille Nütt
Berlin (City-West), Artibus Fine Arts
2002 Salzburg, Galerie Weilinger (Katalog)
München, Otto-Galerie
2001 Berlin (City-West), Galerie Bremer
St. Augustin, Galerie Jutta Radicke
Salzburg, Galerie Weilinger
Berlin, Galerie Pohl
Dresden Kunst Raum Saite
Dresden, NetArtGallery Dresden (Plakat)
Dresden, Kunsthalle Dresden im Artforum
Düsseldorf, EP Galerie & Edition (Faltblatt)
2000 Chemnitz, Galerie Rosenkranz
Berlin, Galerie M
1999 Köln, Galerie Ute Mronz (Katalog)
Berlin (Wilmersdorf), Galerie NO TRE
Trittau bei Hamburg, Kunstverein
1998 Wittenberg, Galerie im Cranachhaus, Cranach-Stiftung Wittenberg (Katalog)
Pulsnitz, Ernst-Rietschel-Kulturring e.V. (Katalog)
Berlin (Wilmersdorf), Galerie Reinke
1997 Frankfurt am Main, Galerie Walter Ehrler
Wiesbaden, Galerie 40 - Christine Rother
1996 Coswig bei Dresden, Stadtgalerie
Speyer, Galerie Kulturraum Speyer
Weimar, Galerie Hebecker (Katalog)
1995 Dresden, Galerie der deutschen Werkstätten Dresden-Hellerau
1994 Roth bei Nürnberg, Galerie im Schloss Roth
1993 Würzburg, Otto-Richter-Kunsthalle
1992 Nürnberg - Feucht, Galerie im Pfinzingschloss
1991 Halle, Galerie im Regierungspräsidium Halle
1988 Halle, Galerie im Institut für Festkörperphysik
1987 Leipzig, Galerie der Universität Leipzig in der Moritzbastei
1986 Halle, Galerie des Künstlerbundes im Marktschlösschen
1981 Halle, Galerie Kunst der Zeit
1980 Bernburg, Galerie im Institut der Akademie der Wissenschaften
1979 Halle, Galerie des Künstlerbundes im Marktschlösschen

 

rotpunktGruppenausstellungen

2012 Art Karlsruhe mit Galerie Z, Stuttgart;
Halle 4, Stand: L05
, Karlsruhe
2011 Galerie Z, Stuttgart, "24 Stars"
Galerie Forum Amalienpark, Berlin, Zwischen Aufruhr und Verbrechen
2010 Kunstmesse Peking Cige
Kunst-u.Antiquitätenmesse Düsseldorf
Kunstmesse Münster mit Galerie Strüßmann, Neuer Sächsischer KV e.V. Dresden, Peking,Düsseldorf,Münster,Dresden
2009 Art-Expo, Bombay
Galerie LS
Galerie A, Baumgartl, Nürnberg,München
2008 Contemporary Fine Art Fair Palm Beach
Galerie L. Ruethmüller
Moskau World Fine Art und Art Selection
Galerie Anne Moerchen
Berliner Liste, Florida, Moskau,Hamburg
Galerie Beyer, Dresden, Künstler der Galerie
2007 Art-Kahrlruhe Galerie u.Edition Verbrüggen
Galerie LS
Galerie Tanner, Karlsruhe,Nürnberg,Stuttgard
2006 Art Karlruhe,Galerie Tanner Stuttgart
Galerie Nering und Stern
Galerie Anne Moerchen, Karlruhe,Berlin,Hamburg, One Man Show
2005 Leipzig, Grosse Sächsische Kunstausstellung (K)
Düsseldorf, EP Galerie Düsseldorf, Künstler der Galerie
Marburg, Galerie Schmalfuss, Künstler der Galerie
Berlin (Mitte), Galerie Nering & Stern, Künstler der Galerie
2004 Wien, Galerie Peithner- Lichtenfels, Sommerausstellung - Künstler der Galerie
Willigrad bei Schwerin, Kunstverein im Schloss Willigrad (mit D. Reinemer und St. Deparade)
Dresden, Galerie Sybille Nütt
Berlin (Mitte), Galerie Nering & Stern, Künstler der Galerie
Salzburg, Galerie Weilinger, Künstler der Galerie (u.a. mit Frohner, Rainer, Staudacher, Nitsch)
2003 Wien, Kunst- und Atiquitätenmesse in der Hofburg - vertreten durch die Galerie Weilinger
Wien, kunstwien im Museum für angewandte Kunst - vertreten durch die Galerie Weilinger (K)
Salzburg, Galerie Weilinger, Künstler der Galerie (u.a. mit Frohner, Rainer, Staudacher, Nitsch)
Carmel, Kalifornien, USA; The Hart Gallery Fine Art
Dresden, Galerie Sybille Nütt (u.a. mit H. Giebe, H.B. Grossmann, M. Bolz)
2002 Wien, internationale Kunstmesse Kunst Wien, vertreten durch die Galerie Weilinger (Katalog)
Düsseldorf, EP-Galerie Düsseldorf, Künstler der Galerie
Salzburg, Galerie Weilinger, Künstler der Galerie
Carmel, Kalifornien, USA; The Hart Gallery Fine Art
Dresden, internationale Kunstmesse Kunstmarkt Dresden, vertreten durch die Galerie Demenga, Basel, One Man Show (Katalog)
2001 Düsseldorf, Große Kunstausstellung Düsseldorf-NRW in den Messehallen Düsseldorf (Katalog)
Frankfurt, Galerie Walter Ehrler, Figurative Malerei
Düsseldorf, EP-Galerie Düsseldorf, Künstler der Galerie
Leipzig, Galerie Barthelshof, ausgewählte Künstler
Nürnberg, Galerie Voigt
2000 Essen, Galerie Klose Landschaftsmalerei
Düsseldorf, EP-Galerie Düsseldorf, Künstler der Galerie (Faltblatt)
Düsseldorf, Große Kunstausstellung Düsseldorf-NRW in den Messehallen Düsseldorf (Katalog)
Dresden, internationale Kunstmesse Kunstmarkt Dresden, vertreten durch die Galerie Bischoff, Stuttgart/Berlin (u.a. mit T.G. Kozik, W. Stöhrer) und die Galerie Lenk, Darmstadt (Katalog)
1999 Düsseldorf, Große Kunstausstellung Düsseldorf-NRW in den Messehallen Düsseldorf (Katalog)
Erfurt, Galerie Rothamel, Landschaftsmalerei (u.a.m. J. Heisig, H. Gratz, g. Mackensen)
1998 Düsseldorf, Große Kunstausstellung Düsseldorf-NRW in den Messehallen Düsseldorf (Katalog)
Dresden, internationale Kunstmesse Kunstmarkt Dresden, vertreten durch die Galerie Geymüller, Essen (Katalog)
Frankfurt am Main, Galerie Walter Ehrler
1997 Dresden, internationale Kunstmesse Kunstmarkt Dresden, vertreten durch die Galerie Geymüller, Essen (Katalog)
Dresden, Galerie Döbele
1996 Düsseldorf, Große Kunstausstellung Düsseldorf-NRW im Kunstpalast Düsseldorf (Katalog)
1995 Halle, Ausstellung des Kunstvereins Halle
Düsseldorf, Große Kunstausstellung Düsseldorf-NRW im Kunstpalast Düsseldorf (Katalog)
1994 Halle, Kunstschau Sachsen-Anhalt II in den Ausstellungshallen Halle-Peißnitz
Düsseldorf, Große Kunstausstellung Düsseldorf-NRW im Kunstpalast Düsseldorf (Katalog)
1993 Düsseldorf, Große Kunstausstellung Düsseldorf-NRW im Kunstpalast Düsseldorf (Katalog)
1992 Trier, Künstler aus Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt in der Tufa-Ausstellungshalle (Katalog)
Halle, Kunstschau Sachsen-Anhalt I in den Ausstellungshallen Halle-Peißnitz
1991 Köln, Galerie Interart-Reich
1989 Frankfurt/Oder, Stand der Dinge in der Galerie Junge Kunst (Katalog)
1988 Gera, Ankäufe der Sammlung Handzeichnungen in der DDR - städtische Kunstgalerie (Katalog)
1987 Burgk/Saale, Druckgrafik aus dem Bezirk Halle im Museum Schloss Burgk (Katalog)
Halle, Grafik und Handzeichnung im Bezirk Halle Galerie Roter Turm (Katalog)
Dresden,X. Kunstausstellung der DDR in Dresden (Katalog)
1986 Halle, Ausstellung des Verbandes Bildender Künstler im Künstlerhaus Halle
1985 Halle, Atelier II, Galerie Roter Turm
1984 Leipzig, Kunst und Sport in der Messehalle am Markt (Katalog)
Berlin, Junge Kunst im Alten Museum/Nationalgalerie (Katalog)
Halle, Kunst im Bezirk Halle in den Ausstellungshallen Peißnitz (Katalog)
1983 Halle, Staatliche Galerie Moritzburg (Landesmuseum Sachsen-Anhalt)Dresden, IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden (Katalog)
Halle, Atelier I, Galerie Roter Turm
1982 Merseburg, Kunst des Holzschnittes Galerie im Schlossmuseum
1981 Venedig, 12 Giovanni Artisti Grafici in der Galleria Bevilacqua La Masa (Katalog)
1980 Frankfurt/Oder, Junge Künstler in der Galerie Junge Kunst (Katalog)
1979 Halle, Kunstausstellung des Bezirkes Halle in den Ausstellungshallen (Katalog)
1978/19 Halle, Ausstellung der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in den Ausstellungshallen (Katalog)

 

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